Das schreibt die "Neue Westfälische" in Bünde

PC-Innenleben erforscht
Kurs des Generationentreffs / Vor dem Zusammenbau fleißig Theorie gebüffelt

VON PATRICK MENZEL

Bünde. Computer - für die jüngere Generation sind sie ein selbstverständlicher Teil des Alltags, für viele Senioren hingegen oftmals ein Buch mit sieben Siegeln. Nicht aber für die acht Teilnehmer des Workshops "Computer Innenleben", die sich in den in den vergangenen Wochen intensiv mit dem Aufbau eines Computers beschäftigt haben. Aufgrund der großen Nachfrage hat der Generationentreff Bünde diesen Kurs ins Leben gerufen.

Die Workshop-Teilnehmer waren begeistert, kannten sie ihre PC’s nur als "Blechkisten", was unter den Gehäusen steckt, war ihnen zuvor völlig unklar. Jetzt sind alle in der Lage, einen Computer in seine Einzelteile zu zerlegen und diesen anschließend wieder zusammenzubauen, so dass er wieder funktioniert.

Mainboard, Arbeitsspeicher, Festplatte, BIOS - immer wieder hört man diese Begriffe, viel anfangen können Laien damit allerdings nicht. Auch Hans Hochgräf, Manfred Brauner, Manfred Giesen, Werner Schmidt, Kurt Wehrmann, Dieter Thürnau, Burkhard Reinshagen, Dieter Homburg und Werner Huy wussten bis Mitte März nicht viel damit anzufangen. Dann entschieden sie sich für den Workshop "Computer Innenleben". "Ich war neugierig und habe mich gefragt, was eigentlich so alles in einem Computer steckt", so der Kursteilnehmer Manfred Brauner über den Beweggrund, der ihn zu diesem Kurs veranlasst hat.
"Ich habe mir durch den Workshop erhofft, meine Ängste gegenüber den kompliziert wirkenden Geräten abzubauen", erzählt Burkhard Reinshagen.

Und nach fast sechs Wochen ist aus Angst, Spaß geworden, wissen doch jetzt alle bestens über die Funktionen und Zusammenhänge eines Computers Bescheid. Doch bevor es an das von den Männern lang ersehnte "Schrauben" ging, galt es Theorie zu büffeln, die Geschichte von Computern, die Entwicklung der elektronischen Helfer sowie die Bauteile in den Rechnern kennen zu lernen. Carsten Mathes, der den Workshop leitete, schrieb zu diesem Kurs ein 15-seitiges Begleitheft und erklärte den Teilnehmern, das Computer allein mit ganz simple Funktionen arbeiten und lediglich die Zustände "Strom ein" und "Strom aus" kennen.

Dann endlich war es soweit: Ein Computer musste zusammen gebaut werden. Hierbei wurden die einzelnen Bauteile getestet, Kabelverbindungen in der richtigen Form gesteckt, Einblicke in das "BIOS" gewährt, Startdisketten erstellt, Festplatten geprüft, partitioniert, formatiert und ein neues Betriebssystem aufgespielt. "Die Männer waren mit Spaß und großem Interesse bei der Sache", so Carsten Mathes. Nach einigen Stunden, war der Computer auf dem Holzbrett fertig und ohne Probleme ließ sich das Gerät schließlich auch starten. "Jeder Teilnehmer konnte die verschiedenen Bauteile, die sonst im Rechner verborgen sind, in die Hand nehmen. Vom alten B-Laufwerk bis hin zum Magnetband-Speicherlaufwerk sowie ISA-, PCI- und AGP-Steckkarten für den Sound oder das Netzwerk und die Grafikkarte, die sonst scheinbar unsichtbar in dem Blechkasten arbeiten, haben wir offen gelegt und uns veranschaulicht", so Mathes. Ihren Dank richteten die Workshop-Teilnehmer an die beiden Bünder Computerläden "PC-Spezialist" und "Co-Co-Center", die kostenlose Übungsgeräte, aus denen ein funktionstüchtiger Computer zusammengebaut wurde, zur Verfügung gestellt haben.

Bei großem Interesse überlegt der Generationentreff, dieses Pilotprojekt als festen Kurs in sein Programm aufzunehmen. "Aufbaufähig sind auch andere Themenbereiche für die Arbeit in Workshops bei uns, wie Textverarbeitung mit Microsoft Word, Erstellen von DFÜ-Verbindungen zur Internetnutzung, Bildbearbeitung mit PaintShopPro, Erstellen eigener Homepages und der Aufbau von kleinen Netzwerken", erklärt Carsten Mathes.

Informationen und Anmeldungen  Montags 14 - 16 Uhr im Internet-Cafe Tel.: (0 52 23) 188 775

Stand: 12.06.06