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"Seeluft" im Inland: Die Gradierwerke

Januar 2008

Ein Stück Bad Salzufler Identität

Nebelkammer im Bad Salzufler Gradierwerk
Nebelkammer im begehbarem Gradierwerk

Innen im begehbarem Gradierwerk
Gradierwerk innen, Blick zur Nebelkammer

Eine gute Aussicht vom Dach des Gradierwerkesr
auf dem Dach des neuen Gradierwerkes

Die Gradierwerke gehören zu Bad Salzuflen längst vor den Zeiten der Staatsbadgründung. Als technische Meisterwerke sind sie eine vorindustrielle Erfindung zur Erleichterung der Salzgewinnung früherer Zeiten.

Die Salzgewinnung in großen Siedepfannen verbrauchte viel Feuerholz, eine Verdunstung von Wasseranteilen aus der Sole erreichte man durch das Herabrieseln der über die Schwarzdornen geleiteten Sole, die auch von Kalk und Eisenoxid gereinigt wurde.

Das erste Salzufler Gradierwerk wurde 1767 im Auftrag des Grafen Simon August zur Lippe durch den Gradierwerks-Fachmann Johann Friedrich Constantin Freiherr von Beust gebaut. Ein notwendiger Abriss erfolgte in 2004 und das neue begehbare Gradierwerk konnte im Juni 2007 wieder in Betrieb genommen werden.

Dieses erste Gradierwerk war mit einer Sole-Leitung aus ausgehöhlten Baumstämmen mit der Saline (Betriebsstätte der Salzgewinnung) auf dem Salzhof verbunden. Ein, durch die Wasserkraft der Salze angetriebenes, großes Schaufelrad pumpte die Sole auf das Gradierwerk. Ein Modell kann im Bädermuseum besichtigt werden.

1945 wurde in Bad Salzuflen die Salzgewinnung, auf der mittlerweile an die Sophienstraße verlagerten Betriebstätte (Saline), eingestellt. Seit der Zeit sorgen die 3 in T-Form erstellten Gradierwerke für die gute "Seeluft" in Bad Salzuflen. 

Sommertags rieseln bis zu 300.000 Liter Sole beidseitig über die hohen Schwarzdornwände und zerstäuben durch den Wind zu feinstem Nebel, der mit einer Fülle feinster Mikropartikeln in den Atemwegen die Durchblutung der Lunge und den Sauerstofftransport ins Blut, auf natürliche Weise stimuliert.

Ein Gradierwerk-Inspekteur kontrolliert täglich den Sole-Zulauf über die bis zu 1.000 Hähne. Die Schwarzdornen versintern durch die Mineralien in der Sole in ca. 2 bis 3 Jahrzehnten und müssen dann in aufwendiger Arbeit erneuert werden. Diese Renovierungen sind sehr kostenintensiv. 

Wiedergabe des Journal-Artikels in gekürzter Form.

Weiteres unter www.staatsbad-salzuflen.de

Stand: 09.07.10